Android und die Fragmentierung

Es gibt immer wieder Momente an denen wird mir sonnenklar warum Android in der jetzigen Form mehr auf Power User ausgelegt ist.

Ich habe meinen Androiden (Samsung Galaxy S I9000) jetzt seit ca. einem Monat und arbeite mich Tag für Tag tiefer in die Materie „Android“ ein.
Anfang des Monats stand für das Galaxy S ein Update auf FroYo (Android 2.2) an. Zu Glück noch bevor bevor die Version 2.3 (Gingerbread) erschienen ist 🙂 Dadurch habe ich die Update Thematik hautnah miterlebt.

Android ist kein Eigentum von Google, sondern offiziell eine Art Zusammenarbeit verschiedener Hersteller. Der Quellcode ist offen und kann von jedermann eingesehen werden. Die einzelnen Hersteller nehmen diesen Source Code als Basis und stricken eine mehr oder weniger dicke, eigene Schicht darüber (z.B. Hardwaretreiber, spezielle Apps, …). Dann sind da noch die Netzbetreiber die das Android vom Hersteller bekommen und wiederum ihre Besonderheiten einbauen (Werbe-Apps, Theme, Mobilfunkeinstellungen, …).

Man sieht schon: Der Weg ist lang. Aber da hört das Problem noch nicht auf. Die Hersteller arbeiten (verständlicher Weise) gewinnorientiert. Wenn jetzt so ein Handy in die Jahre (oder Monate, wie bei Motorola) kommt, dann wird irgendwann der Support eingestellt. Da nützt es herzlich wenig dass von Google vorangetrieben eine neue Version von Android bereit steht. Wenn der Hersteller keine Treiber dafür anpasst, dann gibt es eben kein Update.
Das Problem heutzutage ist, dass die Systeme (auch auf den Smartphones) viel zu komplex sind als dass sie mit sehr wenigen oder sogar gar keinen Updates auskommen würden. Jeder der auf seinem Rechner Windows, Linux oder MacOS installiert hat, der wird sicher feststellen dass da das ein oder andere Mal Updates zur Verfügung stehen. Diese Updates machen die Betriebssystemhersteller nicht zum Spaß, sondern meistens um Fehler oder gar Sicherheitslücken auszumerzen.
Was macht nun also so ein Motorola Android Besitzer, für den Motorola keine Updates mehr bereit stellt? Dia Apps kann er noch aktualisieren, aber alles was zum Betriebssystem gehört bleibt (normalerweise) so, wie es ist.
Stellt sich also heraus, dass der Android Browser eine Sicherheitslücke hat, dann wird diese Lücke bleiben. Für immer.

An dieser Stelle bleibt dem Android-Besitzer, dessen Support eingestellt wurde, nur der Gang zu diversen einschlägigen Seiten (die bekannteste davon ist wohl XDA-developers.com) in der Hoffnung, dass dort ein paar schlaue Entwickler sitzen die genau das gleiche Handy haben (oder eine Herausforderung brauchen) und das neue Android für das Gerät anpassen.

Erkläre das mal deinem Opa (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel 😉 ).

Derzeit kann man also nur sagen: Android – ja, ohne Zweifel, wenn du ein Power User bist oder werden willst und – nein, auf keinen Fall, wenn du einfach nur ein Handy brauchst, mit dem du telefonieren und ab und an mal E-Mails checken willst.

Devmil

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